Äpfel zu trocknen -
Eine unveränderte Original Anleitung von Henriette Sander
aus dem Buch "Neues praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche" (1877)
Hat man die Wahl, so nimmt man zum Trocknen feste, mürbe, wenig saftreiche Äpfel, weil sie nicht so sehr zusammenschrumpfen und schneller trocknen.
In dieser Hinsicht würden sich die sogenannten Süßäpfel sehr gut zum Dörren eignen, wenn sie wohlschmeckender wären; weinsäuerliche Äpfel haben aber einen großen Vorzug durch ihren angenehmen Geschmack, namentlich die Goldreinetten, Borsdorfer, Prinzenäpfel usw.
Pigeons eignen sich nicht zum Trocknen.
Die mürben Äpfel werden geschält, in Viertel oder Hälften geschnitten und nicht zu dick auf reine Horden gelegt, auf welchen noch keine Zwetschgen getrocknet sind.
Das Ausschneiden des Kernhauses muß sehr sorgfältig geschehen, weil sich an der Stelle des selben später leicht Schimmel bildet.
Auch beim Essen ist das stachelige Gehäuse sehr unangenehm.
Die Äpfel, besonders wenn sie fein und mürbe sind, bedürfen weniger Hitze als die Zwetschgen zum Gar werden und müssen noch mit größerer Vorsicht, zuletzt bei ganz schwacher Hitze hart getrocknet werden.
Wenn sie fast trocken sind, verbrennen sie außerordentlich leicht und schmecken schon bitter, wenn sie auch nur braun werden.
Man nimmt die Äpfel aus dem Ofen, wenn sie vollständig hart sind, läßt sie noch einige Zeit ausgebreitet in einem luftigen Raume liegen und verwahrt sie danach in losen leinenen Säcken.