Senfgurken -
Eine unveränderte Original Anleitung von Sophie Wilhelmine Scheibler (1861) — aus dem Buch "Deutsches Kochbuch für alle Stände" von 1861 — ein unentbehrliches Handbuch für angehende Hausmütter, Haushälterinnen und Köchinnen.
Man nimmt hierzu große Schlangengurken, schält sie, schneidet sie der Länge nach in 4 Teile, befreit sie von den Kernen, schneidet sie in beliebig große Stücke und stutzt diese rundlich zu.
Dann läßt man Wasser mit etwas Salz kochen, tut die Gurken hinein, kocht sie gut auf, legt sie in einen Durschschlag, läßt sie sehr gut abtropfen, tut sie in einen Napf und gießt soviel guten Weinessig, der mit etwas Salz ausgekocht ist, darüber, daß sie wirklich damit bedeckt sind.
Nach einigen tagen schüttet man die Gurken in einen Durchschlag, läßt den Essig abtropfen, legt die Gurken mit ganzem Pfeffer, Muskatblüten, roten Pfefferschoten, weißen Senfkörnern, Schalotten würfelig geschnittenen Meerrettig, Rocambole oder Knoblauch, Lorbeerblättern und Estragon schichtweise in Gläser oder Töpfe ein, kocht den Essig mit Gewürznägeln auf, schäumt ihn aus, läßt ihn verkühlen und gießt ihn durch ein Sieb auf die Gurken.
Nach Verlauf von 8 bis 14 Tagen gießt man den Essig ab, kocht und schäumt ihn, läßt ihn erkalten, gießt ihn wieder auf die Gurken und bindet die Töpfe oder Gläser fest mit starkem Papier oder Blase zu.
Hinweis:
Durchschlag = damit wurde früher ein Abtropfsieb bezeichnet