Gurkensalat einzumachen -
Eine unveränderte Original Anleitung aus dem Magdeburger Kochbuch für angehende Hausmütter und Haushälterinen und Köchinen von 1813 — (Zwanzigste Abtheilung, Band 1, Gurken)
Nimm Gurken, die nicht gar zu groß sind, und keine Kernen haben; sie müssen aber auch nicht weiß sein; schälre sie recht rein ab, damit nichts Grünes daran bleibe, und schneide sie mit dem Messer, aber nicht auf dem Schärbebrett, wie zu gewöhnlichem Gurkensalat; dann menge sie mit salz, laß sie damit eine Stunde stehen, drücke sie aber ja nicht.
Nun nimm eine irderne Schüssel mit Löchern, lege die in die Schüssel eine dünne Serviette, schütte die Gurken darauf,und laß sie eine Nacht in einer tiefen Sdchüssel so stehen, damit sie rein ablaufen.
Gedrückt müssen sie durchaus nicht werden.
Hernach tue sie in Einmachgläser, doch jedes nur halb voll, sonst halten sie sich nicht.
Ferner koche guten Weinessig auf, geiße ihn, wenn er kalt ist, darauf, so daß er über die Gurken tritt.
Zuletzt gieße 2 Finger hoch Baumöhl darauf, binde die Gläser mit Papier zu und setzt sie an einen kühlen trockenen Ort.
Wenn man nun den Gurkensalat essen will, so nimmt man so viel als nötig heraus und macht ihn ordentlich mit Weinessig und Baumöl zurecht, wie man ihn gern ißt.
Der Weinessig muß beständig in den Gläsern über die Gurken stehen, sonst verderben sie.
Von 1 Schock kleiner Mittelgurken, 3 Nößeln Weinessig und 1/4 Pfund Baumöl bekommt man 2 große Gläser halb voll Gurken.
Die Gurke müssen von der kleinsten Sorte sein, damit sie ja keine Kerne haben; das Baumöl muß gleichfalls recht rein und der Essig von der besten Art sein.
Hinweis:
Baumöl ist die frühere Bezeichnung für Olivenöl