Man packt frisch gestochene, gereinigte Spargel, in kleine Bündel, kocht sie nicht allzu weich,
gießt das Wasser ab und legt sie, wenn sie einige Stunden abgekühlt sind, in einen steinernen
Topf oder ein Fäßchen, doch vorsichtig, daß die Spitzen nicht abbrechen, streut Salz
dazwischen und bedeckt sie mit einem Tuche und einem mit Steinen beschwerten Deckel.
Man hüte sich vor dem versalzen.
Wenn nach Verlauf von 2 bis 3 Tagen Lack darüber steht, nimmt man Tuch, Deckel und Steine ab,
bedeckt satt deren das Gefäß mit einem mit wachs getränkten Bogen Papier und gießt
frischen Nieren- oder Hammelstalg fingersdick darüber, doch vorsichtig, daß auch an den Seiten
keine Luft eindringen kann. So bedecket, wird das Gefäß im Keller aufbewahrt.
Will man im Winter davon gebrauchen, so putzt und wäscht man die herausgenomme Quantität
Saprgel und kocht sie ohne Salz in heißem Wasser vollständig weich.
Man richtet eine gute Rahmsauce darüber an und wird sie dann von frischen kaum unterscheiden können.
(aus einem Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen von 1876)