Schneide von der im Frühjahre aufgegangenen Rokkensaat so viel ab, als du willst u. trockne sie auf einem mit Papier belegten, Kuchenbleche in einem nur warmen Bratofen, rühre sie auch oft um, damit sie nicht gelb werde.
Nimm sodann 1 halbes Pf. getrocknete und zerriebene Blätter in einen porzelänenen Napf, gieße
1 Nößel Wasser drauf und laß es eine Nacht stehen.
Am andern Morgen gieß 1 Nößel weißen Wein dazu und laß es mit dem Wasser und Weine 4 bis 5 Stunden kochen.
Unterdessen laß auch 1 halbes Pf. gewaschenes Hirschhorn und 1 Loth eingeweichte und in
Stückchen geschnittene Hausblase nebst Zitronenschale in 1 Maaß Wasser zugedeckt 3 Stunden kochen.
Wenn dies so steif ist, daß einige Tropfen, auf einem zinnenen Teller getröpfelt, wie Gallerte fest stehen, so filtrire von dem grünen Safte zwei Tassen voll durch den flanellenen Geleebeutel dazu;
laß es noch einmal aufkochen, rühre es um und gieß es durch den Geleebeutel in die Form.
(aus einem Magdeburger Kochbuch für angehende Hausmütter und Haushälterinen und Köchinen von 1813)