Man benutzt zum einmachen, sei es in ganzen Beeren oder als Gelee und Marmelade, sowohl rothe wie weiße und schwarze
Johannisbeeren und alle können nach denselben Recepten eingemacht werden, doch verwendet man die rothen am häufigsten,
die schwarzen selten, weil ihr Geschmack den meisten Personen unangenehm ist,
aber Gelee davon wirkt vortrefflich gegen Halsleiden.
Wen man Johannisbeeren gut und schön einmachen will, so muß man fürs Erste sehr shöne, große ja nicht zu
reife Früchte aussuchen, denn falls sie überreif sind, so behalten sie keine schöne Farbe und verkochen zu leicht; die
große, sogenannte Kirsch- oder Riesen-Johannisbeere ist sehr zu empfehlen.
Dann muß man die Beeren Stück für Stück mit der Hand sorgfältig von den Stielchen pflücken und auf
große Schüsseln legen, damit sie sich nicht drücken, dadurch an Saft verlieren und hernach beim Kochen unansehnlich
werden; findet man dies Abpflücken zu mühsam, so streife ma sie eben mit einer silbernen Gabel ab.
Nun läutere man zu ½ Kilo Johannisbeeren ½ Kilo Zucker in 3/16 Liter Wasser, gebe, wenn es abgeschäumt ist, die Beeren
hinein, schäume sie sorgfältig ab und lasse sie so lange kochen, bis die Beeren anfangen zu sinken.
(Ein Rezept von Ludovica von Pröpper. (1818 - 1898))