Man binde von ausgesucht schönen Johannisbeeren, immer drei bis vier ganze Träubchen, mit einem Faden in ein Büschelchen,
koche 1/4 Kilo geläuterten Zucker zum Faden, lege die Büschelchen nebeneinander hinein, so daß keins auf das andere
zu liegen komme und lasse sie einige Minuten lang gelinde darin kochen.
Hebe sie dann, auch neben einander, auf ein Sieb und fahre so mit dem Kochen fort bis alle Büschelchen gekocht sind, die man nun
auf den Sieben erkalten läßt, dann in fein gestoßenem Zucker umwendet, auf mit Zucker stark bestreute Schüsseln
nebeneinander legt und sie zum Abtrocknen in ein sonniges Zimmer, jedoch nicht unmitelbar an die Sonne oder sonst mäßig
warmes Zimmer stellt, wo sie ein paar Tage bleiben und dann wieder auf die Siebe kommen und wenn sie ganz trocken sind, so legt man
sie (nicht zu viele übereinander) zwischen Papier in Schachteln und bewahrt sie an einem trockenen Orte.
Sie halten sich ein ganzes Jahr und werden als sehr hübsches Dessert oder zur Verzierung von Torten benutzt und auch hier machen
verschiedene Farben einen guten Effekt.
Auf andere Art (En Chemise):
Auf andere Art, tauche man die einzelnen Träubchen in Eiweiß, welches man in eine Obertasse gegeben hat, lasse sie abtropfen
und überzuckere sie, indem man sie in geriebenem Zucker, theils umwendet, theils hin und wieder Zucker darüber streut und so
fortfährt, bis die nöthige Portion fertig ist.
Sie werden auf eine Porzellanschüssel nebeneinader gelegt und an der Sonne oder auch bloß an der Luft, etwas abgetrocknet;
an Ofenwärme dürfen sie nicht kommen, halten sich auch höchstens ein paar Tage, sind aber sehr hübsch und gut und man pflegt beim Servieren Johannisbeerblättchen darum und dazwischen zu legen.
(Ein Rezept von Ludovica von Pröpper. (1818 - 1898))