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Rezepte der Kochkunst von A - Z, für Feiertage, Festtage, besondere Anläße oder sonstige Tage Raritäten - Rezepte aus fast vergessenen alten, teilweise sehr seltenen Kochbüchern.

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Raritäten - Rezepte aus fast vergessenen alten, teilweise sehr seltenen Kochbüchern.

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21 Abschnitt.    -    Vom Einmachen
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Wallnüsse in Zucker
(Ein Rezept von Sophie Wilhemine Scheibler, 1861)

Wallnüsse in Zucker, -
Man nimmt hierzu die Wallnüsse im Anfange des Monats Juli, wo sie ausgewachsen sind, aber noch keine Holzschale angesetzt haben, vom Baume, durchsticht sie an verschiedenen Stellen mit einer starken Nadel, legt sie in ein kaltes Wasser, läßt sie unter täglich dreimal wiederholtem Wechsel des Wassers 6 bis 8 Tage wässern, kocht sie dann in vielem Wasser mit einer Prise Salz so weich, daß man mit einer Nadel leicht hindurchstechen kann, legt sie wieder in kaltes Wasser, wässert sie unter wiederholtem Wechsel des Wassers noch einige Tage und läßt sie dann auf einem Sieb abtropfen.  —  

Auf 1 Pfund Nüsse kocht man wenigstens 1 Pfund Zucker mit etwa 3/8 Quart Wasser auf, schäumt ihn ab, legt die Nüsse, welche man mit Zimtstückchen und Nelken besteckt hat, in den Zucker, läßt sie einmal aufkochen, legt sie in einen Napf, gießt den Zucker darüber und bedeckt sie mit Papier. Am folgenden Tage gießt man den Zucker ab, kocht ihn unter gutem Abschäumen ein wenig ein und gießt ihn wieder über die Früchte. Am dritten und vierten Tage wiederholt man dies; am fünften Tage endlich kocht man die Nüsse mit dem Zucker einmal auf, legt sie zum Abtropfen auf ein Sieb und dann in Gläser, kocht den Zucker so weit ein, daß er nach dem Erkalten einem dickflüssigen Sirup gleicht und gießt ihn über die Nüsse, welche damit gut bedeckt sein müssen.

Erreicht man dies mit 1 Pfund Zucker auf 1 Pfund Nüsse nicht, so muß man noch etwas Zucker mit sehr wenig Wasser zu einem Sirup kochen und dazu nehmen. Dann bedeckt man die Gläser nach dem Erkalten der Früchte leicht mit Papier; hat sich der Zucker nach 2 bis 3 Tagen nicht wieder verdünnt, so bindet man die Gläser fest mit Blase zu; im entgegengesetzten Falle wird er noch ein wenig eingekocht und heiß über die Früchte gegossen.   —  

Will man die Nüsse recht sauber haben, so besteckt man sie nicht mit Zimt und Nelken, weil dadurch die Schale beschädigt wird, sondern man fügt, wenn der Zucker zum zweiten oder dritten Male umgekocht wird, grobgestoßene Nelken und Zimt und etwas ganze Muskatenblüte hinzu, kocht den Zucker damit auf, gießt ihn durch ein Tuch und kocht ihn dann zur gehörigen Dicke ein.

Quelle:
- Sophie Wilhemine Scheiblers allgemeines Deutsches Kochbuch für alle Stände.
- Rubrik: Vom Einmachen, II. Das Einmachen der Früchte in Zucker
- Rezept 1294, Seite 438 aus der 16. Auflage von 1861 - (Erstausgabe (1815)
- Wallnüsse in Zucker
- Überarbeitet und digitalisiert von www.feiertagsrezepte.de


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Kochbuch von Sophie Wilhemine Scheibler, 1861
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