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Marmelade von Tomaten, -
Die reifen und roten Tomaten werden gewaschen, mitten durchgeschnitten, den Saft und die Kerne herausgedrückt und weg getan, das Bessere in eine Kasserole nebst Zwiebel, Salz und Lorbeerblatt zu Mus gekocht, immer das gelbe Wasser weg und abgegossen, dann durchstrichen, wieder in die Kasserole und unter öfterem Umrühren dick wie Pflaumenmus eingekocht, in kleine Töpfchen getan, mit Schmalzbutter begossen, mit Papier zugebunden und dann nach Vorschrift gebraucht, in jede braune Sauce und Suppe einen Löffel voll gemengt.
Durch langes Kochen wird es braun.
Die Tomaten, Liebesäpfel, Paradiesäpfel, Adamsäpfel oder Pomi d`oro, wie man sie nennen will, waren vor 30 Jahren in Deutschland noch völlig unbekannt und sind durch Fremde erst bei uns bekannt geworden.
Ihre Heimat soll die Insel St. Thomas sein.
Gewöhnlich werden sie Liebesäpfel genannt.
Für die Küche sind sie ein sehr willkommener Zuwachs, sie werden vielleicht in Zukunft die Zitronen und sogar die Krebse verdrängen.
Als Mus geben sie einen köstlichen Geschmack und rotgelbe Farbe; unter fertige Reis-, Gräupchen-, Nudeln- und Griessuppe gemengt, wie auch zu allen weißen und braunen Saucen, dann zu Hühnern, Kalbsbrust, Tauben, Kalbsmilch, Gekröse, en fricasse, sind sie sehr zu empfehlen, sie geben einen angenehmen säuerlichen, höchst pikanten Geschmack.
Zum Einlegen als Pfeffergurken nimmt man sie ganz klein, grün und unreif.
Es ist zu bedauern, daß der Anbau dieser gewürzhaften Frucht in Deutschland so wenig verbreitet wird.
Quelle:
- Ein Rezept aus dem
- "
Kochbuch von August Erdmann Lehmann, 1843"
- aus der Rubrik: 13. Abteilung, Von verschiedenen Compôtes und gekochtem Obste
- Rezept 1142, Seite 337 — Marmelade von Tomaten
- Überarbeitet und digitalisiert von www.feiertagsrezepte.de
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