|
Charlotte von Äpfeln -
Man streicht eine Kasserole oder Form recht dick mit roher Butter mit dem Finger oder Pinsel aus
nach Nr. 15, schneidet Semmel ohne Rinde in runde und lange Scheiben, mit den runden legt man den Boden der Kasserole unten aus, so daß immer eine Scheibe auf die andere trifft und mit den langen Stücken die Seiten der Kasserole, daß immer eine Scheibe die andere etwas bedeckt, recht derb in die kalte Butter gedrückt, dann Borsdorfer oder Stettiner Äpfel ohne Schale und Griebse in feine Scheibchen, untermengt mit Zucker, Zimt, kleinen Rosinen und Orangenschalen, diese Apfelmasse in die ausgelegte Kasserole hineingedrückt, daß es voll, derb und fest ist, mit 6 Loth (oder 2 Ei groß) Butter und einigen Semmelscheiben bedeckt, dann in eine Röhre 2 Stunden braun gebacken, auch zugedeckt, stürzt es dann auf die Schüssel, es muß gelbbraun aussehen, dann 1/8 Kanne heißen Wein oder Wasser auf die Schüssel gegossen, daß die die untere Semmel wieder weich wird, auch mit 2 Löffel Arak begossen, mit Zitronenzucker bestreut, warm oder kalt gegessen; die Äpfel müssen ganz zu Mus geworden sein und von dem Zucker muß es glaciert aussehen; allezeit ohne Sauce.
Zur Beförderung die eingemengten Äpfeln mit Butter in der Kasserole auf dem Feuer 1/2 Stunde halb weich dünsten, sogleich in die ausgelegte Kasserole getan, so braucht es nur 1/2 Stunde zu backen und man erhält dadurch eine geschwinde Mehlspeise.
Die Kasserole oder die Form muß gerade auf sein, daß es beim Umstürzen gleiche heraus geht.
Quelle:
- Ein Rezept aus dem
- "
Kochbuch von August Erdmann Lehmann, 1843"
- aus der Rubrik: 9. Abteilung, F. Von Charlotten
- Rezept 854, Seite 261 — Charlotte von Äpfeln
- Überarbeitet und digitalisiert von www.feiertagsrezepte.de
|