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Erdäpfelmehl zu machen, -
Die großen Erdäpfel werden recht rein gewaschen und geschält, roh auf einem Reibeisen gerieben, dann das Geriebene in ein Faß und viel kaltes Wasser darauf, recht durchgerührt, alsdann durch ein groß Sieb in ein anderes Faß.
Man kann sich wenig, (nur von 8 Erdäpfeln) Mehl auf einmal machen.
Die Schalen, welche im Siebe zurück bleiben, können dem Vieh gegeben werden, haben aber wenig Kraft mehr; oder man kann das, was im Siebe bleibt gut gebrauchen, nämlich: man presst das Wasser rein aus, legt die Fasern auf ein Brett und läßt es einen Tag trocknen, dann schneidet sie mit einem Wiegemesser recht fein und läßt sie noch mehr trocknen, dann durch einen Durchschlag gerieben (auch im Mörser gestoßen), und trocken wie Grütze in Suppen gebraucht.
Nun oben setzt sich das Erdäpfelmehl, das durch den Sieb gegangen ist, in dem Fasse fest zu Boden, in 1/2 Stunde gießt man das Wasser sachte ab, wieder kaltes Wasser darauf, rührt es recht um und läßt es wieder setzen, und so fort bis das Mehl weiß und klar bleibt.
In einem Vormittage mit sechsmal anderem Wasser ist es fertig; alsdann gießt man das Wasser rein ab, sticht das auf dem Boden fest angesetzte Mehl mit einem Rührlöffel heraus auf ein leinenes Tuch, legt es damit auf ein Brett und läßt es an der Sonne oder auf dem Backofen trocknen (wenn man es mehrere Tage wässert, dann schmeckt es wasserfaul).
Wenn das Mehl halb trocken ist, dann mit einem Rollholz zerdrückt und verschiedene Male durchs Haarsieb gerieben, daß es fein und trocken wird und schnurpt, in Papiersäcken oder Töpfen an trockenen Orten aufbewahrt, so hält es sich viele Jahre.
Quelle:
- Ein Rezept aus dem
- "
Kochbuch von August Erdmann Lehmann, 1843"
- aus der Rubrik: 3. Abteilung, Von allerhand Gemüsen
- Rezept 255, Seite 73 — Erdäpfelmehl zu machen
- Überarbeitet und digitalisiert von www.feiertagsrezepte.de
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